Das Knappendorf

Seid willkommen in meinem einstigen Zuhause!

Im 16. und 17. Jahrhundert war der Bergbau unsere Lebensgrundlage und sorgte an dem ein oder anderen Fleckchen für großen Wohlstand. Die Arbeit war jedoch nicht ungefährlich. Durch die Nässe und Kälte erkrankten viele meiner Brüder und dies führte häufig zu deren Tod. Rund um das Gurgltal gab es zahlreiche Bergwerke, in denen wir uns auf die Suche nach Bleierzen machten.

Im heutigen Knappendorf erlebt Ihr den Bergbau hautnah, lernt unsere einstigen Arbeitsfelder kennen, seht die verschiedenen Abbautechniken und bekommt auch ein Gefühl für unser damaliges gesellschaftliches Leben.

In den verschiedenen Gebäuden wird aufgezeigt, was wir damals alles auf uns nehmen mussten, um an das wertvolle Erz heranzukommen, doch lest selbst.

Knappenwelt Gurgltal Tarrenz Maxl

Das Grubenhaus

Ich erinnere mich gut an unser einstiges Grubenhaus. Hier saßen die Aufsichtspersonen (z.B. Hutleute = Grubenaufseher) und kontrollierten unsere Tüchtigkeit und auch die Markscheider (Vermessungstechniker im Bergbau) waren hier gut aufgehoben. Für die Herren gab es natürlich eine „noblere“ Ausstattung als die in unserem Knappenhaus.

Noch heute wechselt im Grubenhaus das Geld den Besitzer. Sie als Besucher haben hier die Möglichkeit Andenken an unsere Zeit und die ein oder andere Stärkung zu erwerben.

Das Knappenhaus

Im Knappenhaus konnten wir uns nach der Schicht am warmen Feuer ausruhen.
In einem großen Raum versammelte man sich um die zentrale Feuerstelle um zu essen und ein wenig beisammen zu sein. Im Schlaflager begaben wir uns nach dem anstrengenden Tagewerk zur Ruhe. Wir schliefen dicht an dicht auf Strohsäcken. 

Probiert es nur selbst, legt euch zur Probe in meine alte Schlafstätteoder seid Ihr mutig genug in der Knappenwelt zu übernachten – wie in alten Zeiten?

 

Der Stollen

Wie viele schweißtreibende Stunden habe ich hier unten wohl verbracht? Ich erinnere mich nicht mehr. Es war ein sogenannter Erbstollen, denn er „erbte“ Erz und Wasser aus höher gelegenen Stollen.
Die modernen Menschen zeigen hier unterschiedlichste Zimmerungsarten (hölzerne Methoden des Abstützens) und unsere einstigen Abbauarten wie beispielsweise die Schießarbeit (Sprengen mittels händischen Bohrens und dem Einsatz von Schwarzpulver).

Die Schreibstube

Die gute alte Schreibstube! Nicht selten versuchten wir Einsicht in die dort lagernden Dokumente (Abrechnungen, Listen der Aus- und Einfahrenden) oder auch in das Risswerk (Grubenkarte) zu erlangen, doch meist vergebens. Ständig saß dort einer und erledigte seine Zeichen- oder Schreibarbeiten.

Die Scheidstube

In diesem Gebäude verrichteten nicht nur meine Grubenbrüder, sondern auch Frauen und Kinder eine wichtige Arbeit. Die Erze, welche für eine händische Aufbereitung geeignet waren, wurden in die Scheidstube gebracht. Auf großen Scheidsteinen wurden sie dann mit einem Schlägel zerkleinert, bis sich ausklaubbares Gut ergab. Das Erzkonzentrat wurde gleich in den Erzhof gebracht, nicht klaubbares Gut musste vorher noch zum Pocher.

Das Pochwerk

Im Pochwerk fand sich, meiner Meinung nach, eines der angenehmeren Tagewerke. Der Pocher wurde von einem Wasserrad angetrieben und stampfte mit seinen hölzernen Stempeln, an welchen eiserne Schuhe befestigt waren, das Gut so lange, bis es nur mehr die Größe von feinem Sand hatte.

Erst in meinen späteren Jahren fingen wir mit dem Nasspochen an, um die unerträgliche Staubbildung zu verhindern.

Siebe und Herde

Hier seht ihr zwei unterschiedliche Arten, das Erz vom tauben Gestein zu trennen. Mit Hilfe von Sieben, die wir mehrmals hintereinander in Wasserfässer tauchten, konnten wir an das schwerere Erz gelangen, das sich nach dieser Arbeit am Boden der Siebe abgesetzt hatte. War der Pochsand gröber, nutzten wir das durchströmende Wasser auf den Herden, die durch Stoßen und Rütteln das Erz freigaben.

Die Schmiede

Dies war eines unserer wohl wichtigsten Gebäude und die dort arbeitenden Brüder waren hoch angesehene Leut. Die „Bergschmiede“ mussten täglich die Werkzeuge der Hauer reparieren, nachspitzen oder auch neue herstellen. Bis zu 200 Eisen galt es, innerhalb eines Tages zu schärfen und zu härten.

Das schöne Tarrenz galt viele Jahre als Schmiedehochburg und noch heute können Sie dieses Handwerk hier hautnah erleben.

Der Erzhof

In dieses Gebäude hatte ich selbst keinen Zutritt und kann Ihnen nur vom Hörensagen davon erzählen. Im Erzhof wurden die Erze nach Korngröße sortiert und gelagert. Natürlich galt, je größer das Korn desto höher der Wert. In regelmäßigen Abständen kamen beamte des Landesfürsten und begutachteten und schätzten das Erz auf seinen Wert. Anschließend kamen die Erzverkäufer und holten die Ware. Aus Angst vor Langfingern war der Erzhof stets abgeschlossen.

Bergbaugebiete Gurgltal

Natürlich kannte und kenne ich nicht alle Bergbaugebiete, doch einige in der näheren Umgebung sind mir wohl bekannt. Vielleicht begeben Sie sich ja auch dort einmal auf die Suche nach Spuren meiner Grubenbrüder.

Eibental, Laggers, Blaue Grotte

Apeil, Kratzer, Krom, Kuchelzeche, St. Veith

Reissenschuh, Dirstentritt, Brunnwaldkopf

Gipfelbau Silverstuben, Plateaubaue, Wastele’s Hütte, Emmastollen, Frauenbrunnden

Sigmundsgrube, Matthiasgrube, Bergbau Feigenstein, Lorenzigrube, Blasiental Haverstock, Hochwart